Die Rückkehr von Richard Stallman

Die Rückkehr von Richard Stallman

Richard Matthew Stallman (geboren am 16. März 1953 in New York City, USA, auch unter den Initialen „rms“ bekannt) ist ein US-amerikanischer Aktivist und Programmierer, der im September 1983 die Freie-Software-Bewegung gründete.

 

In Schriften und auf Vorträgen, die überwiegend von der „Free Software Foundation“ organisiert werden, formuliert Stallman vier Freiheiten, mit denen er Freie Software definiert:

 

Die Freiheit, Software nach eigenen Wünschen einzusetzen, den Programmcode einzusehen und nach den eigenen Bedürfnissen verändern zu können und veränderte Versionen der Software an andere weiterzugeben.

 

Er schrieb Grundlagentexte zur Idee der freien Software und war maßgeblicher Autor der damit verbundenen Copyleft-Lizenzen - Diese sind Klausel in urheberrechtlichen Nutzungslizenzen, die den Lizenznehmer verpflichtet, jegliche Bearbeitung des Werks unter die Lizenz des ursprünglichen Werks zu stellen.

 

Stallman legt großen Wert auf eine spezifische Wortwahl bei der Bezeichnung von Konzepten und Projekten, weil mit den von ihm gewählten Begriffen die ursprünglich zugrundeliegenden Ideale untrennbar verbunden seien. Ihm ist es wichtig von Freier Software statt „Open Source“ zu sprechen, da nicht die bloße Quelloffenheit das ursprüngliche Anliegen sei, sondern die Freiheiten, die die Software dem Benutzer gebe. Dies werde mit einer einseitigen Fokussierung auf das „Offenliegen“ des Quellcodes verdeckt. Er besteht auch auf die Bezeichnung „GNU/Linux“ anstelle von lediglich „Linux“ für Betriebssysteme mit dem Linux-Kernel, da diese maßgeblich auf der Arbeit des GNU-Projekts aufbauten.

 

Auslöser des ursprünglichen Rücktritts von Richard Stallman, waren im Jahr 2019 unter anderem kontroverse Äußerungen rund um die Vorwürfe sexualisierter Übergriffe einer 17 Jährigen gegen seinen langjährigen Freund Marvin Minsky. Stallman hatte sich in einem inzwischen veröffentlichten E-Mail-Thread  dagegen ausgesprochen, den zu diesem Zeitpunkt bereits verstorbenen KI-Pionier Marvin Minsky als Sexualstraftäter zu bezeichnen.

 

Es gab keine konkreten Hinweise, dass sexuelle Handlungen stattgefunden haben und es wurde keine Anklage der Betreffenden gegen Minsky erhoben.

 

Als Stallman im März 2021 wieder in den Vorstand der FSF zurückgeholt wurde, versuchte man mit der Petition „Molly de Blanc“, ihn wieder abzusetzen. Diese wurde unter anderem von Mozilla, dem Tor-Project, Red Hat, Suse und der europäischen Schwesterorganisation unterschrieben. In dem Brief wird ihm zahlreiches Fehlverhalten bei seinen Äußerungen zur Last gelegt.

 

Seine Unterstützer hatten auf die massiven Proteste ihrerseits mit einem ebenfalls am 23. März veröffentlichten offen Brief reagiert. Dieser wurde mittlerweile mehr als 4200 Mal unterschrieben. Über das tatsächliche Kräfteverhältnis sagt diese Zahl leider wenig aus: Während die Liste der Unterstützer primär Einzelpersonen aufführt, wurde der Brief der Stallman-Kritiker, mit derzeit rund 2800 Unterschriften, auch von großen Open-Source-Organisationen unterzeichnet. Auch die Free Software Foundation Europe (FSFE), eine unabhängige Schwesterorganisation der FSF, zeigte deutliche Kritik gegen Stallman.

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